Wirt z´Pleaning - "er kocht no saiba"
Landgasthof & Hotel Forchhammer
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Die Geschichte des Landgasthofes

Seit 1450 waren die Benedikitinermönche des Klosters Rott am Inn Grundherren des Lehens an der Straße, auf dem das Recht lag, ein Gasthaus zu betreiben. Aus dem Jahr 1481 ist uns mit Johann Grimm der erste Wirt namentlich bekannt. Seine Nachfolger wurden Hans und Barbara Grimm, die mit dem Abt Marinus Grimm, Prälat von Rott, verwandt waren.

1538 findet Hans Wirt, der sein Geschäft hauptsächlich mit dem Ausschank von Wein machte, namentlich Erwähnung. Es folgte dann Veit Wirt, der 1553  etwa 30 Tagwerk sein Eigen nannte.

Hans Widmann war 1588 der erste Wirt mit Tafernrecht. Dies bedeutete für die Dorfleute, daß sie ausschließlich bei ihm ihre Verlöbnisse und Hochzeiten, ihr Tauf- und Totenmahl abzuhalten hatten.

1612 kaufte Martin Stütz die Tafern samt Bausölde. Der Preis für Bettgewand, Geschirr, Roß und Rindvieh und allerlei Hausrat deutet darauf hin, daß der Wirt damals schon Fuhrleuten Herberge und frische Pferde bot. Matthias Wunsam aus Pliening hat das Wirtshaus 1632 nach dem Krieg wieder aufgebaut.

Von 1666 bis 1693 war Stephan Huber Wirt von Pliening. Ihm wurde damals die seltene Gnad des Leibrechts eingeräumt. Damit durfte er Wirt sein, solange es seine Gesundheit erlaubte.

Georg Lupperger folgte dann als Wirt von 1693 bis 1723. Unter Kaspar Zehetmayr blühte das Geschäft von 1723 bis 1740 auf. Er konnte bereits mit Kredit aushelfen. 1740 wird Anton Lechner als Wirt erwähnt. Matthias Feldmaier wird 1766 Alleinerbe. Er heiratete die Wirtstochter Anna Maria Thaimerin von Finsing, die eine ansehnliche Mitgift in die Ehe brachte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1800 erwarb er ein großes Eigentum an Ackerland sowie den Plieninger Siglhof. Sein Sohn Matthias Feldmaier jun. war mit seiner Frau Anna von 1800 bis 1837 Besitzer des Wirtshauses. Ein hoher Gewerbesteuerbetrag deutet darauf hin, daß das Geschäft mit den durchziehenden Fuhrleuten spürbar gewachsen war.

1837 wurde die Tochter Kleopha Alleineigentümerin, nachdem beide Wirtsleute gestorben waren. Sie heiratete Alois Drexler aus Egmating. Alois und Kleopha Drexler waren Eigentümer des Wirtshauses von 1837 bis 1867. 1842 wurde der Wirt erstmals Posthalter genannt, 1843 folgte die offizielle Erhebung zur Poststelle, der einzigen zwischen München und Erding. Das Geschäft lief auch durch den Ausbau der Straße Pliening - Schwaben so gut, daß Alois Drexler 1850 bereits 140 Tagwerk Grund sein Eigen nannte. Die Wirtsgebäude wurden so beschrieben: Wohnhaus, Stallung, Gaststallung, Sommerhäusl, Kellerhäusl, Kegelstatt, Schlachthaus und Wagenschupfe.

1867 war die Wirtin Witwe. Die im Jahr 1871 eröffnete Bahnlinie München - Mühldorf wirkte sich sehr negativ auf das Geschäft aus. Die Poststelle Pliening wurde aufgehoben und nach Poing verlegt. 1877 mußte die Wirtin aufgeben, die prächtige Posthalterei mußte verkauft werden.

Im Laufe der folgenden Jahre wechselten die Eigentümer in kürzester Frist. Es wurde spekuliert, parzelliert, verkauft. Von 1877 bis 1882 waren Johann Hart, Balthasar und Maria Bedacht, Otto und Kreszenz Riemensberger, Mattäus Mayer, Andreas Westermayr und wiederum Johann Hart die Eigentümer. 1882 erwarb und verpachtete der Bierbräu Josef Bonschab aus Schwaben das Wirtsanwesen, um seinen Bierabsatz zu sichern. Ihm gehörten der Ober- und Unterbräu sowie das Schloß zu Schwaben.

Matthias und Rosa Brenner, geb. Bonschab, wurden 1890 Eigentümer und bauten einen geräumigen Eiskeller. In den nächsten neun Jahren wurde der Bierumsatz auf 30 hl pro Monat gesteigert.

1898 wurde das Gasthaus durch einen Großbrand vernichtet und in der heutigen Form sogleich wieder aufgebaut.

1928 erwarben Anton und Rosa Stimmer aus Kirchheim das Gasthaus. Sie führten es als Dorfwirtshaus weiter, mit einem Umsatz von 20 hl Bier pro Monat. 1938 war Rosa Stimmer Witwe und heiratete den Bäckersohn Martin Forchhammer aus Pliening. Sie betrieben das Gasthaus und die dazugehörige Landwirtschaft bis 1966. Dann folgten Martin und Christa Forchhammer. Viele Jahre waren Gasthaus und Feldgründe verpachtet.

Heute florieren Landgasthof und Hotel wieder unter dem tüchtigen Nachfahren Martin Forchhammer. Der gelernte Küchenchef arbeitete bereits bei Dallmayr und Käfer in München. Unter seiner Regie wurden Gaststube und Nebenzimmer 1995 renoviert. Anstelle des ehemaligen Festsaals im Obergeschoß wurden gemütliche Gästezimmer im Landhausstil eingerichtet, die auswärtige Messebesucher und Reisende beherbergen.